Ostermarsch 2008
Aufruf zum baden-württembergischen Ostermarsch 2008 in Stuttgart:
,,Vernunft muss her statt Militär"!
Am Ostermontag, den 24. März erleben
wir den 9. Jahrestag des Krieges der
NATO gegen Jugoslawien. Am Grün-
donnerstag, den 20. März, jährt sich zum
fünften Mal der Beginn des Krieges ge-
gen den Irak. Auch der Krieg in Afgha-
nistan dauert bereits sechseinhalb Jahre.
So liegt es nahe, zu Ostern Bilanz
zu ziehen über die Kriege der jüngeren
Vergangenheit, die immer schneller auf-
einander folgen.
KRIEG als "FRIEDENS"MISSION?
Nirgendwo, wo Truppen der USA, der
NATO Staaten oder anderer verbündeter
Staaten in den letzten Jahren militärisch
intervenierten, hat sich die Situation in
den betroffenen Ländern zum Besseren
gewandelt. In Afghanistan und im Irak
tobt weiter Krieg. Somalia ist heute ein
März 1999: Krieg gegen Jugoslawien
Angeblich, um einer ethnischen Vertreibung der Koso-
vo-Albaner durch die Serben Einhalt zu gebieten, grif-
fen die NATO-Mächte völkerrechtswidrig Serbien an
und lösten damit den größten Flüchtlingsstrom nach
dem 2. Weltkrieg aus. Die Infrastruktur Serbiens wur-
de nachhaltig beschädigt. 6000 Menschen starben an
oder in Folge der Bombardierung. Seither wurden un-
ter den Augen der NATO-Besatzer ca. 2.500 Serben
im Kosovo von Albanern ermordet. Weitere 250.000
Serben flohen aus dem Kosovo.
Heute ist die ethnische Vertreibung der Serben aus
dem Kosovo bis auf in wenigen Enklaven, abge-
schlossen. Es herrscht keine Sicherheit für Serben
und nur wenig Sicherheit für die Kosovo -Albaner.
Täglich kommt es zu gewalttätigen Über griffen durch
bewaffnete Banden. Das Land ist das Armenhaus Eu-
ropas. Ca. 60% der Bevölkerung sind arbeitslos.
Jetzt droht durch die einseitige formelle Loslösung des
Kosovos von Serbien unter Bruch des Völkerrechts
erneut der Ausbruch von kriegerischer Gewalt.
durch Krieg und Bürgerkrieg, Elend und
orruption zerrissenes Land.
K
Ähnliches gilt für den Sudan, den Kongo,
den Libanon und für andere vom westli-
chen Militär heimgesuchten Länder.
Kriegs und Militäreinsätze dienen offen-
kundig nicht dem Frieden, den Men-
schenrechten oder der Demokratie. Auch
nicht der Bekämpfung des Terrorismus.
Dahinter stehen vielmehr wirtschafts-
und macht-politische Interessen, wie der
Zugriff auf Öl und andere Rohstoffe, die
Sicherung ihrer Transportwege, die Er-
oberung und Absicherung geostrategi-
scher Einflussgebiete und
die Schaffung
und Erhaltung von profitablen Ausbeu-
tungsstrukturen.
UNSERE REGIERUNGEN SETZEN
WEITERHIN AUF GEWALT.
Deshalb stehen schon wieder neue
ege auf der Tagesordnung:
Kri
- Massive Drohungen gegen den
Iran und Präsident Bushs Rede vom
dritten Welt-krieg lassen das
Schlimmste befürchten.
- Atomwaffen wurden nicht abgerüstet
sondern neu entwickelt. Immer mehr Sta-
aten besitzen Massenvernichtungswaffen.
Die Schwelle zu ihrem Ersteinsatz sinkt
stetig. Die Pflicht zur Aufrüstung soll,
wie bereits im gescheiterten Verfas-
sungsvertrag der EU, nun im EU-
eformvertrag festgeschrieben werden
Stuttgart
Karsamstag,
22. März 2008
12 Uhr Auftaktkundgebung
am Deserteurdenkmal vor dem Theaterhaus
mit Elisabeth Hartnagel (Schwester von
Sophie u. Hans Scholl)
ca.14Uhr Abschlusskundgebung
auf dem Schlossplatz
mit Leni Breymaier, ver.di-Vorsitzende,
Heike Hänsel, MdB, Friedensnetz BaWü,
Odilo Metzler, Pfarrer, Pax Christi
R
- Der Bundestag diskutiert und beschließt
mit großen Mehrheiten immer wieder Mi-
März 2003: Krieg gegen den Irak
Die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins
dienten als Grund für den Einmarsch der USA und
ihrer Verbündeten in den Irak. Als m an diese nicht
fand, wollte man das irakische Volk von seinem Dik-
tator befreien. Inzwischen sind im Krieg und an sei-
nen Folgen etwa 650.000 Iraker gewaltsam ums
Leben gekommen. 4,5 Millionen Iraker sind auf der
Flucht. Das Land ist verwüstet, Regionen durch U-
ranmunition verseucht. Es fehlt an Trinkwasser,
Nahrung und medizinischer Versorgung. Ein Land
mit weiblichen Professorinnen und den meisten und
besten Universitäten im arabischen Raum wurde in
archaische Zeiten zurückgebombt. Ein Ende des
Krieges ist nicht absehbar, politische Lösungen
nicht in Sicht. Erst ein Ende der Besatzung ermög-
licht Auswege aus der angerichteten Katastrophe.
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