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8.5.: Demo in Berlin

bullet7u.gif (144 Byte)Pressebericht
bullet7u.gif (144 Byte)Aufruf


Tausende demonstrieren in Berlin gegen Kosovo-Krieg

Friedliche Lösung verlangt - Angaben über Teilnehmerzahlen gehen weit auseinander - Berlin (AP)

Mehrere tausend Menschen, darunter auch zahlreiche Serben, haben am Samstag in Berlin gegen den Kosovo-Krieg protestiert. Unter dem Motto «Stoppt den Krieg! Helfen statt bomben!» marschierten zwei Demonstrationszüge aus den Bezirken Prenzlauer Berg und Schöneberg zum Berliner Gendarmenmarkt. Dazu hatten unter anderem mehrere Gruppen der Friedensbewegung, gewerkschaftliche Organisationen und eine PDS-Jugendorganisation bundesweit aufgerufen. Die Schätzungen über die Teilnehmerzahlen gingen weit auseinander: Die Polizei sprach von 3.100, die Veranstalter von mindestens 50.000 Menschen. Bei der Abschlußkundgebung riefen Vertreter von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und PDS zu einer Beendigung des Krieges und zu einer Wiederaufnahme politischer Verhandlungen auf. Der Vorsitzende der PDS-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi, bezeichnete die Luftschläge gegen Jugoslawien als «verbotenen Angriffskrieg». Der Konflikt werde die europäische Integration «um Jahre und Jahrzehnte» zurückwerfen. Einziger Gewinner sei die Rüstungsindustrie. «Ein Ergebnis dieses Krieges wird die Aufrüstung sein», sagte Gysi. Die bayerische SPD-Landtagsabgeordnete Monica Lochner-Fischer forderte die Bundesregierung auf, auch in der Außen- und Sicherheitspolitik für eine Politikwende zu sorgen. «Krieg darf kein Mittel der Politik sein», sagte sie. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Annelie Buntenbach verlangte die «sofortige und endgültige Einstellung der Luftangriffe». Das Vorgehen der Nato habe die Lage im Kosovo verschlimmert und eskaliert. «Nicht Herr Milosevic ist der leidtragende des Krieges, sondern die Zivilbevölkerung», betonte sie. Protestaktion auch in Bonn Rund 150 Mitglieder von Friedensgruppen und Grünen blockierten zusammen mit Serben am Nachmittag zeitweise die Ein- und Ausfahrt des Verteidigungsministeriums in Bonn. Nach Angaben der Polizei kam es nicht zu Zwischenfällen. Auf Plakaten forderten die Demonstranten die Einstellung der Nato-Bombardements. Mehrere Totalverweigerer des Wehrdienstes besetzten nach eigenen Angaben symbolisch das Kaiser-Wilhelm-Denkmal im nordrhein-westfälischen Porta Westfalica. Die Polizei erklärte, ihr sei nichts von der Aktion bekannt. Eine weitere Anti-Kriegsdemonstration am Brandenburger Tor, zu der rechte Parteien und Gruppierungen aufgerufen hatten, verlief bis zum Nachmittag friedlich. An dem Aufmarsch nahmen mehrere Dutzend Anhänger rechter Organisationen teil.
© AP

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STOPPT DEN KRIEG!
HELFEN STATT BOMBEN!
Aufruf zur Großdemonstration am 8. Mai 1999 in Berlin

Die NATO befindet sich in einem völkerrechtswidrigenKrieg gegen Jugoslawien. Deutschland ist erstmals seit dem8. Mai 1945 direkt an einem Krieg beteiligt. Der Weg vonder Drohung mit Gewalt bis zu ihrer Anwendung war kurz.Der Schritt von Bomben und Raketen auf Jugoslawien biszum Einsatz von Bodentruppen ist bereits vorgezeichnet.

Krieg darf kein Mittel der Politik sein. Wir werden uns wederjetzt noch in Zukunft an Krieg gewöhnen.

Wir verurteilen die Verfolgung und Vertreibung derMenschen im Kosovo sowie die Unterdrückung derdemokratischen Öffentlichkeit in Jugoslawien. Der Krieg
jedoch löst die Probleme nicht, er verschärft sie. Die Folgen sind noch mehr Hass, mehr Zerstörung, neue Vertreibungen und Tod. Dauerhafter Frieden kann nicht diktiert und nichtherbei gebombt werden.Südafrika und Nordirland sind Beispiele dafür, nur nichtmilitärische, auf Verständigung und Ausgleich setzende Politik kann Konflikte entschärfen und einer Lösungnäherbringen. Das braucht Zeit und Kraft.

Ein Fortgang der NATO-Angriffe bedeutet Fortsetzung der Vertreibung und weitere Missachtung von Menschenrechten,verzögert die Rückkehr der Flüchtlinge, schafft unsägliches menschliches Leid, zerstört die Lebensgrundlagen und die Umwelt, trägt zur Verelendung der ganzen Region und zur Verhinderung demokratischer Entwicklung bei. Diegigantischen Kosten des Krieges, bisher über vier Milliarden US-Dollar, müssen von den Steuerzahlern aufgebracht werden. Wir sagen: dieses Geld hätte sinnvoller ausgegeben werden müssen, für die Beseitigung der Armut, die Stärkung demokratischer Gesellschaften, für den Aufbau und die Förderung ziviler Konfliktbearbeitung und für Flüchtlingshilfe.

Wir fordern:

  • Die sofortige Einstellung des Luftkrieges, keinen Einsatz von Bodentruppen;
  • eine politische Lösung durch Verhandlungen;
  • den Abzug aller Truppen aus dem Kosovo inclusive Entwaffnung der UCK;
  • das Recht auf Rückkehr für alle Flüchtlinge und Vertriebenen unter internationalem Schutz, materielle Hilfe für die Betroffenen in Trägerschaft ziviler Organisationen;
  • die Aufnahme weiterer Flüchtlinge und Asyl für Deserteure;
  • eine Balkankonferenz und einen Wiederaufbauplan für die Region.

Eine politische Lösung ist nur denkbar durch die gleichberechtigte Beteiligung verschiedener Ebenen derZivilgesellschaft, der UNO und der OSZE und von Nichtregierungsorganisationen. Eine Einbeziehung Russlands ist dringend erforderlich.

Wir wollen eine Welt ohne Krieg, Nationalismus und Unterdrückung - eine Welt, in der für alle Menschen Frieden, soziale Gerechtigkeit und demokratische Rechte gesichert werden. Alle Opfer von Menschenrechgsverletzungen verdienen unser Mitgefühl und unsere aktive Solidarität. Dafür demonstrieren wir am 8. Mai gemeinsam in Berlin, verbunden mit allen, die am selben Tag an regionalen Aktionen und Blockaden der Friedensbewegung z.B. in Karlsruhe, Stuttgart oder Bonn teilnehmen.

KOMMT NACH BERLIN!

Auftaktkundgebungen um 12 Uhr
A) Parkplatz vor dem Velodrom (Prenzlauer Berg)
B) Nollendorfplatz (Schöneberg)

Abschlusskundgebung um 14 Uhr auf dem Gendarmenmarkt

Bundesweiter Unterstützer:

AG gegen den Krieg im Netzwerk Friedenskooperative, Arbeitlosenverband Deutschland, e.V., BBU e.V., Bremer Friedensforum; Bremer Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung, Bund demokratischer WissenschaftlerInnen, Bund für Soziale Verteidigung, Bundesausschuss Friedensratschlag, Bundesausländerbeirat, Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Deutscher Friedensrat e.V., Die Falken, DPG-Jugend, Erfurter Erklärung ,Aufstehen für eine andere Politik", Föderation der ImigrantInnenvereine aus der Türkei, Forum Gewerkschaften, Friedensgruppe Harburg Land, Regesbostel; Friedensinitiative Ramelsloh e.V, Bendestorf, Friedenskreis Ilmenau; Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V., Gewaltfreie Aktion ,Atomwaffen abschaffen", Grüne Anti-Kriegs-Initiative, Hamburger Friedensforum, Handwerker und Mittelständler für den Frieden, Hamburg; IALANA, IG Entrüstung, Rostock; IG Medien, IG Metall-Jugend, IG-Metall Hamburg; Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), IVVDN, JungsozialistInnen in der SPD , Kasseler Friedensforum, Konvent der Theologinnen in der BRD, Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitlosengruppen, Münchner Bündnis gegen Rassismus, Münchner Friedensbündnis, Naturwissenschaftler-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit, Nürnberger Friedensforum, Ohne Rüstung Leben, Ostermarsch Hessen, Ostermarsch Ruhr, Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden e.V., Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden (PPF), Pro Asyl, SPW, Vereinigte der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN / BdA), Versöhnungsbund, ZAA Schleswig-Holstein


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Letzte Änderung: 09.03.01

Letzte Änderung: 17.03.04