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Vorschläge und Forderungen für nicht militärische Schritte zur Beendigung
des Krieges
Die deutsche Regierung hat verschiedene Möglichkeiten, auf das Geschehen im ehemaligen
Jugoslawien Einfluß zu nehmen:
- durch ihr Votum in internationalen Entscheidungsgremien
- durch Verhandlungen über Wirtschaftszusagen und -bedingungen
- durch ihren Einfluß auf die kroatische Regierung
- durch rechtliche Schritte
- durch ihre Flüchtlingspolitik
- durch finanzielle, technische und diplomatische Unterstützung
Friedensschaffende Maßnahmen der Bundesregierung müßten deshalb sein:
- Druck auf die Kriegsparteien: absolute Bedingung für jede Art von staatlicher
Zusammenarbeit und Unterstützung muß die Beendigung der Kriegshandlungen und der
Verbrechen an der Zivilbevölkerung sein.
- Diplomatische Anerkennung nur von Verhandlungslösungen, nicht von militärisch
geschaffenen Fakten.
- Politische Anstrengungen, die Versorgungswege für Waffen zu schließen und für Nahrung
und Medikamente an die notleidenden Bevölkerungen zu öffnen.
- "Positive Sanktionen": Angebot wirtschaftlicher Unterstützung unter der
Bedingung von deutlichen und effektiven Friedensschritten.
- Aufnahme der Menschen, die aus dem Kriegsgebiet fliehen können (mit eigenständigem
Aufenthaltsrecht für Frauen); Beendigung des Exils erst, wenn wieder ungefährdete
Lebensmöglichkeiten in der Heimatregion der Flüchtlinge geschaffen sind.
- Aufnahme von Menschen, die die Waffen niederlegen oder sie gar nicht erst in die Hand
nehmen wollen - entsprechend der einstimmigen Forderung des Europarats vom 28. l0. 1993.
Deserteure in diesem Krieg sogar zum Verlassen des Landes aufzufordern und ihnen während
der Zeit des Exils eine Ausbildung zu. ermöglichen.
- Besonderer Schutz für Opfer, die über Kriegsverbrechen aussagen und deshalb hier in
Deutschland weiter bedroht werden.
- Unterstützung der Menschen und Gruppen, die humanitäre Hilfe leisten, als Freiwillige
in Flüchtlingslagern arbeiten, hierzulande Kriegsflüchtlinge und Deserteure beherbergen
usw.
- Förderung von Direktkontakten: Partnerschaften von Städten, kleineren Gemeinden.
Familien. Schulen, Berufsgruppen mit entsprechenden Menschengruppen im Kriegsgebiet.
- Unterstützung der Friedensbewegungen in allen Gebieten des ehemaligen Jugoslawiens, der
Selbsthilfeprojekte und aller Ansätze von Entfeindungsarbeit und multikulturellem
Zusammenleben (z.B. gemeinsamen Teams von bosnischen, kroatischen und serbischen
Ärztinnen und Journalistinnen).
- Technische Mittel für die Öffentlichkeitsarbeit dieser Gruppen gegen nationalistische
Kriegshetze (Friedenssender, Zeitungen, Flugblätter).
- Schutz durch Öffentlichkeit: Begleitung der Hilfsgüterkonvois durch Fernsehteams
("Kameras statt Kanonen...") und prominente Persönlichkeiten - auch aus der
Politik, ebenso Schaffung von Weltöffentlichkeit zwecks Auflösung der Lager, in denen
Gewalt geschieht.
- Förderung der gewaltfreien Konfliktlösungsansätze im ehemaligen Jugoslawien
(internationale Friedenscamps, Seminare, Trainings in gewaltfreier Kommunikation und
Aktion, Ausbildung in Vermittlungsfertigkeiten, internationale Beobachterinnen zur
Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen und zum Schutz von bedrohten Personen)
- Anwendung neuer Methoden der Konfliktarbeit ("Mediation") bei den
Friedensverhandlungen, um eigenständige Lösungen der Beteiligten gemeinsam zu
entwickeln.
- Einbeziehung der demokratischen Opposition und der Antikriegsgruppen aus allen
betroffenen Gebieten in die Verhandlungen in Genf.
- Schaffung eines Friedensforums - "Runder Tisch statt Gipfel" -. in dem statt
der Kriegsführer unabhängige demokratische Kräfte aus allen beteiligten Völkern
selbstbestimmte Friedenspläne erarbeiten können.
- Vorbeugung gegen Kriegsgefahren in Nachbarländern und - auf einer
Südosteuropa-Konferenz -Entwicklung von Zukunftsperspektiven für den gesamten Balkanraum
.
Kampagne "Saat des Friedens" - Versöhnungsbund e.V. und Wortwerkstatt
Poesie & Politik Vi.S.d.P.: Dieter Hemminger. Turnstr. 13. 75228 [springen. Tel. + Fax
07231-89408
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Letzte Änderung: 09.03.01
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