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Jahrestag des Kriegsendes und 50 Jahre Grundgesetz

Samstag, 8. Mai 1999

"...von deutschem Boden muß Frieden ausgehen..."

14.00 Uhr, Kundgebung am Mahnmal gegen Krieg und Faschismus,

Karlsplatz Stuttgart
Nähe Schloßplatz

"...von deutschem Boden muß Frieden ausgehen..."

Keine weitere Aushöhlung des Grundgesetzes!

! Wer den Frieden will, muß den Frieden vorbereiten!

Es sprechen u.a. Franz Alt, Branka Jovanovic (Vorsitzende der Grünen Belgrad), Anne Rieger (IG Metall)

 

20.00 Uhr, Politisch-kulturelle Veranstaltung im Weißen Saal,

Neues Schloß Stuttgart

"Gegen die Logik des Krieges - für eine Logik des Friedens"

Ein Abend für ein "Menschenrecht auf Frieden"

mit Plädoyers von Felicia Langer, Hermann Scheer und Beiträgen gesellschaftlicher Bewegungen und dem Theodorakis-Chor.

 

 Veranstalter: Gesellschaft Kultur des Friedens und Friedensnetz Baden-Württemberg.

Franz Alt
Fernsehjournalist und Autor.
"Vom Kriegsberichterstatter zum Friedensreporter"

 

Felicia Langer
Israelische Menschenrechtsanwältin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises.

 

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Hermann Scheer
Präsident EUROSOLAR und MdB SPD.
Verurteilt die desaströse Balkanpolitik.

Am Ende des 20. Jahrhunderts, 54 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sind wir konfrontiert mit einem Krieg in Europa - erstmals wieder mit deutscher Beteiligung.

Wir wenden uns entschieden gegen die Schwächung der Vereinten Nationen und die Destabilisierung einer Friedensordnung, die aus den Erfahrungen von Krieg und Faschismus aufgebaut wurde, "um die Menschheit vor der Geißel des Krieges zu bewahren", wie es in der UN-Charta eindrücklich geschrieben steht.

Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen militärischen Angriff der NATO auf Jugoslawien mit grundgesetzwidriger deutscher Beteiligung. Wir verurteilen die Ermordung und gewaltsame Vertreibung von Kosovo-Albanern durch serbische Milizen sowie die militärischen Operationen der UCK. Wir verurteilen die verschärfte Militarisierung dieses politischen Konflikts auf allen Seiten. Wir warnen vor Vergleichen mit Faschismus und Völkermord in Jugoslawien und wenden uns gegen den konstruierten Gegensatz von "Nie wieder Auschwitz statt Nie wieder Krieg". Er ist unhistorisch und gefährlich und soll Krieg als Mittel zur Durchsetzung von Menschenrechten legitimieren. Frieden und Menschenrechte sind zwei Seiten einer Medaille: es gibt keinen Frieden ohne Menschenrechte aber auch keine Menschenrechte ohne Frieden!

Anläßlich des 54. Jahrestags der Befreiung von Krieg und Faschismus

erinnern wir an das Leid der Völker und die mehr als 55 Millionen Toten des Zweiten Weltkrieges,

mahnen wir, den Kult des Krieges weltweit durch eine Kultur des Friedens zu überwinden

appellieren wir, die Logik des Krieges mit der Logik des Friedens zu durchbrechen und die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren durchzusetzen

fordern wir

  • den sofortigen Stopp der NATO-Luftangriffe gegen Jugoslawien, um Raum für Verhandlungen und eine politische Lösung des Kosovo-Konfliktes zu ermöglichen!
  • die Beteiligung vieler gesellschaftlicher Kräfte wie Friedens- und Menschenrechtsgruppen sowie Gewerkschaften und Kirchen an einer umfassenden Vermittlungsbemühung im Rahmen einer Balkankonferenz von unten
  • den Aufbau ziviler Friedensaktionskräfte gesellschaftlicher Bewegungen statt Krisenreaktionskräfte der Bundeswehr, denn "...von deutschem Boden muß Frieden ausgehen..."

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Letzte Änderung: 09.03.01

Letzte Änderung: 17.03.04