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Friedenstreff Schorndorf und Volkshochschule
Schorndorf |
An die Lehrerinnen und Lehrer
der Fachabteilungen D/ET/EVR/GGK/KR
Ø Gewaltfreie Konfliktbearbeitung Ein Thema für
Ihren Unterricht?
Ø Diese Ausstellung kann in Ihrer Klasse für
Gesprächsstoff sorgen.
Ø Ein Angebot für Ihren
Unterricht in Deutsch, Ethik, Gemeinschaftskunde, Geschichte, Religionslehre, ...
Gewaltfreie Konfliktbearbeitung - Ziviler Friedensdienst
Eine Ausstellung des Forums Ziviler Friedensdienst
Die Ausstellung möchte die Möglichkeiten und Notwendigkeit ziviler
gewaltfreier Konfliktbearbeitungsmechanismen in innergesellschaftlichen und
internationalen Konflikten nahebringen. Dazu stellt sie das Konzept des zivilen
Friedensdienstes als realistisches und unterstützenswertes Modell ziviler
Konfliktbearbeitung vor.
Die ersten beiden Tafeln thematisieren Gewalt als das bislang prägende
Mittel der Konfliktbearbeitung. Tafel 3 verweist anhand von Beispielen darauf, daß in
fast allen Konflikten Menschen bereit sind, gegen Gewalt und für zivile Mittel
einzutreten. Die Tafeln 4 - 6 beschreiben unterschiedliche zivile Möglichkeiten, sich der
Gewalt in Konflikten entgegenzustellen. Tafel 7 verdeutlicht die Notwendigkeit
professioneller Unterstützung von gewaltfreien Akteuren und somit die Notwendigkeit der
Ausbildung von Friedensfachkräften. Tafel 8 zeigt in einem Comic das Konzept eines
professionellen zivilen Friedensdienstes. Tafel 9 stellt die 'Berliner Erklärung für
einen zivilen Friedensdienst' vor. Tafel 10 schließlich entwirft anhand einer fiktiven
Auszubildenden für einen Friedensfachdienst eine Vision zum Zivilen Friedensdienst im
Jahr 2020.
Die Ausstellung besteht aus 10 farbigen Tafeln im Format Din A 0 (ca. 85 x 120 cm).
Der Ausstellungseröffnung am
Mittwoch, dem 10. November 1999, 19.30 Uhr in der Volkshochschule
Schorndorf,
folgt um 20.00 Uhr ein Vortrag von Pfarrer i. R. Werner Dierlamm:
"Ziviler Friedensdienst ein Instrument zur Überwindung der
Gewalt."
Der Referent ist Mitbegründer der Ökumenischen Aktion Ohne Rüstung
Leben und langjähriges Mitglied im
Initiativkreis von ORL. Er war von Anfang an intensiv beteiligt an der Gründung und am
Aufbau des zivilen Friedensdienstes.
Die Ausstellung kann von Donnerstag, 11. Nov. Mittwoch, 17. Nov.
(außer Sa./So.) in der Zeit von 9.00 18.00 Uhr besucht werden.
Zur Vorbereitung/Information Ihres Besuches erhält die Schule eine
Broschüre zur Ausstellung.
Weiteres Informationsmaterial liegt in der Ausstellung aus.
Für Gruppen telefonische Voranmeldung erbeten bei Frau Dorothea Obergfell, VHS Tel.:
07181/200730
Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung: Martin Jaeger ) 6 36 61, Doris Kommerell ) 6 57 00, Lothar Weber ) 7 13 80 (alle Vorwahl
Schorndorf: 0 71 81).
Mit freundlichen Grüßen
Friedenstreff Schorndorf
zum weiterlesen à
| zur Ausstellung des forumsZFD in der
Volkshochschule Schorndorf In vielen Gesprächen während des
Kosovokrieges wurde immer wieder die Frage gestellt: "Gibt es denn überhaupt
Alternativen zur Anwendung von bewaffneter Gewalt?" |
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Ja, es gibt ein zartes Pflänzchen. Ausgehend von der Berliner
Erklärung für einen zivilen Friedensdienst, hat sich in den letzten Jahren ein erster
Schritt hin zur professionellen gewaltfreien Konfliktbearbeitung getan.
Unterstützt von der neuen Koalition werden erstmals Menschen
ausgebildet, die in Krisenregionen eingesetzt werden um zu versuchen, auf friedlichem Wege
Konflikte frühzeitig zu erfassen und zu deeskalieren, damit sie erst gar nicht wie
bisher zwangsläufig in die militärische "Logik" münden.
"Die neue Bundesregierung wird sich mit aller Kraft um die
Entwicklung und Anwendung von wirksamen Strategien und Instrumenten der Krisenprävention
und friedlichen Konfliktregelung bemühen. Hierzu gehört ... die Verbesserung ... der
Voraussetzungen für die Ausbildung und den Einsatz von Friedenskräften
und -diensten (z. B. Ziviler Friedensdienst)."
(Aus dem Koalitionspapier der neuen Bundesregierung).
Aus der Rede von Joschka Fischer vor der UN-Vollversammlung am 22.9.1999:
"Herr Präsident, die Weltgemeinschaft muß die Ursachen statt nur
der Symptome von Kriegen und Konflikten zum Gegenstand multilateraler Friedenssicherung
machen. Generalsekretär Kofi Annan hat zu Recht dazu aufgerufen, eine "Kultur der
Prävention" zu entwickeln, um den Ausbruch von Kriegen und Naturkatastrophen
künftig wirksamer zu verhindern.
Jeder weiß, wie schwierig der Übergang von der "Kultur der
Reaktion" zu einer "Kultur der Prävention" sein wird. Es verlangt große
Überzeugungskraft, um die politische und ökonomische Bereitschaft für Maßnahmen
aufzubringen, die etwas verhindern sollen, was es hoffentlich niemals geben wird. Und doch
ist es schon aus finanziellen, aber vor allem aus humanitären Gründen unsere Pflicht und
Verantwortung, hier umzusteuern. ... 1. Wir müssen vom early warning zur early response
kommen. Gerade die VN verfügen über beachtliche Möglichkeiten für die präventive
Diplomatie, die es noch stärker zu nutzen gilt. Hier liegt auch ein hohes
Synergiepotential für die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen.
Herr Präsident, das Fundament präventiver Friedenspolitik und ziviler
Konfliktbearbeitung sind der Schutz der Menschenrechte und die fortschreitende
Demokratisierung der Staaten. ... "
Wir meinen, Lehrerinnen und Lehrer haben in diesem Sinne als
ErzieherInnen eine besondere Aufgabe in ihrem Unterricht besonders in den Fächern
Geschichte/ Gemeinschaftskunde sowie Religion/Ethik.
Die Vision, " ... dass Gerechtigkeit und Frieden sich
küssen" (Psalm 85) ist das Motto der Ökumenischen Friedensdekade 1999.
Die Dekade wird von Gruppen, Initiativen und Kirchen vom 7. bis 17. November 1999
gestaltet, um mit Nachdenken, Gottesdienst, Aktionen und Gebet den Frieden zu fördern.
Das Motto der nunmehr 19. Friedensdekade, die 1980 sowohl in der DDR als auch in der alten
Bundesrepublik erstmals zur Zeit des Ost-West-Konfliktes aus kleinen Anfängen begangen
wurde, gibt Anlaß an der Schwelle zum 21. Jahrhundert darüber nachzudenken was das 20.
Jahrhundert an Friedensinitiativen gebracht - aber auch, welche Aufgaben vor uns liegen:
die Spaltung der Menschheit nach Nord und Süd, die wachsenden sozialen und politischen
Spannungen in Europa sowie im eigenen Lande, die Ausgrenzung von Menschen als
,,Ausländer" und die alltägliche Gewalt, die wir mit ansehen. Das Motto gibt
Maßstäbe an die Hand, die Ereignisse des Jahres 1999 zu würdigen, z. B. 10 Jahre
Konziliarer Prozeß, 10 Jahre gewaltfreier Umbruch in der DDR, 50 Jahre Grundgesetz.
Die Friedensdekade 1999 blickt auch voraus auf die vom Ökumenischen
Rat der Kirchen in Harare beschlossene ,,Ökumenische Dekade zur Überwindung von
Gewalt" für die Jahre 2000 bis 2010.
Wir freuen uns, daß wir gerade in diesem Zeitraum die Ausstellung des forumZFD zeigen
können.
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