brief.jpg (796 Byte) Friedensnetz BaWü









 

 

 

 

ktaube-l.gif (3636 Byte) Friedenstreff Schorndorf und

Volkshochschule Schorndorf

 

An die Lehrerinnen und Lehrer

der Fachabteilungen D/ET/EVR/GGK/KR

Ø Gewaltfreie Konfliktbearbeitung – Ein Thema für Ihren Unterricht?

Ø Diese Ausstellung kann in Ihrer Klasse für Gesprächsstoff sorgen.

Ø Ein Angebot für Ihren Unterricht in Deutsch, Ethik, Gemeinschaftskunde, Geschichte, Religionslehre, ...

Gewaltfreie Konfliktbearbeitung - Ziviler Friedensdienst

Eine Ausstellung des Forums Ziviler Friedensdienst

Die Ausstellung möchte die Möglichkeiten und Notwendigkeit ziviler gewaltfreier Konfliktbearbeitungsmechanismen in innergesellschaftlichen und internationalen Konflikten nahebringen. Dazu stellt sie das Konzept des zivilen Friedensdienstes als realistisches und unterstützenswertes Modell ziviler Konfliktbearbeitung vor.

Die ersten beiden Tafeln thematisieren Gewalt als das bislang prägende Mittel der Konfliktbearbeitung. Tafel 3 verweist anhand von Beispielen darauf, daß in fast allen Konflikten Menschen bereit sind, gegen Gewalt und für zivile Mittel einzutreten. Die Tafeln 4 - 6 beschreiben unterschiedliche zivile Möglichkeiten, sich der Gewalt in Konflikten entgegenzustellen. Tafel 7 verdeutlicht die Notwendigkeit professioneller Unterstützung von gewaltfreien Akteuren und somit die Notwendigkeit der Ausbildung von Friedensfachkräften. Tafel 8 zeigt in einem Comic das Konzept eines professionellen zivilen Friedensdienstes. Tafel 9 stellt die 'Berliner Erklärung für einen zivilen Friedensdienst' vor. Tafel 10 schließlich entwirft anhand einer fiktiven Auszubildenden für einen Friedensfachdienst eine Vision zum Zivilen Friedensdienst im Jahr 2020.
Die Ausstellung besteht aus 10 farbigen Tafeln im Format Din A 0 (ca. 85 x 120 cm).
 

Der Ausstellungseröffnung am

Mittwoch, dem 10. November 1999, 19.30 Uhr in der Volkshochschule Schorndorf,

folgt um 20.00 Uhr ein Vortrag von Pfarrer i. R. Werner Dierlamm:

"Ziviler Friedensdienst – ein Instrument zur Überwindung der Gewalt."

Der Referent ist Mitbegründer der Ökumenischen Aktion Ohne Rüstung Leben und langjähriges Mitglied im
Initiativkreis von ORL. Er war von Anfang an intensiv beteiligt an der Gründung und am Aufbau des zivilen Friedensdienstes.

Die Ausstellung kann von Donnerstag, 11. Nov. – Mittwoch, 17. Nov.
(außer Sa./So.) in der Zeit von 9.00 – 18.00 Uhr besucht werden.

Zur Vorbereitung/Information Ihres Besuches erhält die Schule eine Broschüre zur Ausstellung.
Weiteres Informationsmaterial liegt in der Ausstellung aus.
Für Gruppen telefonische Voranmeldung erbeten bei Frau Dorothea Obergfell, VHS Tel.: 07181/200730

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung: Martin Jaeger ) 6 36 61, Doris Kommerell ) 6 57 00, Lothar Weber ) 7 13 80 (alle Vorwahl Schorndorf: 0 71 81).

Mit freundlichen Grüßen

Friedenstreff Schorndorf

zum weiterlesen à

 

zur Ausstellung des forumsZFD in der Volkshochschule Schorndorf

In vielen Gesprächen während des Kosovokrieges wurde immer wieder die Frage gestellt: "Gibt es denn überhaupt Alternativen zur Anwendung von bewaffneter Gewalt?"

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Ja, es gibt ein zartes Pflänzchen. Ausgehend von der Berliner Erklärung für einen zivilen Friedensdienst, hat sich in den letzten Jahren ein erster Schritt hin zur professionellen gewaltfreien Konfliktbearbeitung getan.

Unterstützt von der neuen Koalition werden erstmals Menschen ausgebildet, die in Krisenregionen eingesetzt werden um zu versuchen, auf friedlichem Wege Konflikte frühzeitig zu erfassen und zu deeskalieren, damit sie erst gar nicht – wie bisher zwangsläufig – in die militärische "Logik" münden.

 

"Die neue Bundesregierung wird sich mit aller Kraft um die Entwicklung und Anwendung von wirksamen Strategien und Instrumenten der Krisenprävention und friedlichen Konfliktregelung bemühen. Hierzu gehört ... die Verbesserung ... der Voraussetzungen für die Ausbildung und den Einsatz von Friedenskräften und -diensten (z. B. Ziviler Friedensdienst)."

(Aus dem Koalitionspapier der neuen Bundesregierung).

Aus der Rede von Joschka Fischer vor der UN-Vollversammlung am 22.9.1999:

"Herr Präsident, die Weltgemeinschaft muß die Ursachen statt nur der Symptome von Kriegen und Konflikten zum Gegenstand multilateraler Friedenssicherung machen. Generalsekretär Kofi Annan hat zu Recht dazu aufgerufen, eine "Kultur der Prävention" zu entwickeln, um den Ausbruch von Kriegen und Naturkatastrophen künftig wirksamer zu verhindern.

Jeder weiß, wie schwierig der Übergang von der "Kultur der Reaktion" zu einer "Kultur der Prävention" sein wird. Es verlangt große Überzeugungskraft, um die politische und ökonomische Bereitschaft für Maßnahmen aufzubringen, die etwas verhindern sollen, was es hoffentlich niemals geben wird. Und doch ist es schon aus finanziellen, aber vor allem aus humanitären Gründen unsere Pflicht und Verantwortung, hier umzusteuern. ... 1. Wir müssen vom early warning zur early response kommen. Gerade die VN verfügen über beachtliche Möglichkeiten für die präventive Diplomatie, die es noch stärker zu nutzen gilt. Hier liegt auch ein hohes Synergiepotential für die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen.

Herr Präsident, das Fundament präventiver Friedenspolitik und ziviler Konfliktbearbeitung sind der Schutz der Menschenrechte und die fortschreitende Demokratisierung der Staaten. ... "

Wir meinen, Lehrerinnen und Lehrer haben in diesem Sinne als ErzieherInnen eine besondere Aufgabe in ihrem Unterricht – besonders in den Fächern Geschichte/ Gemeinschaftskunde sowie Religion/Ethik.

Die Vision, " ... dass Gerechtigkeit und Frieden sich küssen" (Psalm 85) ist das Motto der Ökumenischen Friedensdekade 1999. Die Dekade wird von Gruppen, Initiativen und Kirchen vom 7. bis 17. November 1999 gestaltet, um mit Nachdenken, Gottesdienst, Aktionen und Gebet den Frieden zu fördern. Das Motto der nunmehr 19. Friedensdekade, die 1980 sowohl in der DDR als auch in der alten Bundesrepublik erstmals zur Zeit des Ost-West-Konfliktes aus kleinen Anfängen begangen wurde, gibt Anlaß an der Schwelle zum 21. Jahrhundert darüber nachzudenken was das 20. Jahrhundert an Friedensinitiativen gebracht - aber auch, welche Aufgaben vor uns liegen: die Spaltung der Menschheit nach Nord und Süd, die wachsenden sozialen und politischen Spannungen in Europa sowie im eigenen Lande, die Ausgrenzung von Menschen als ,,Ausländer" und die alltägliche Gewalt, die wir mit ansehen. Das Motto gibt Maßstäbe an die Hand, die Ereignisse des Jahres 1999 zu würdigen, z. B. 10 Jahre Konziliarer Prozeß, 10 Jahre gewaltfreier Umbruch in der DDR, 50 Jahre Grundgesetz.

Die Friedensdekade 1999 blickt auch voraus auf die vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Harare beschlossene ,,Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt" für die Jahre 2000 bis 2010.

Wir freuen uns, daß wir gerade in diesem Zeitraum die Ausstellung des forumZFD zeigen können.

Letzte Änderung: 17.03.04