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Friedensinitiative Waiblingen

Flugblatt 'Brücken verbinden'Flugblatt: Brücken verbinden
Flugblatt 'Dialog von unten statt Bomben von oben'Flugblatt: Dialog von Unten statt Bomben von oben
Rede von Anne RiegerRede: Anne Rieger
Presseankündigung (3KB)Presseankündigung (3 KB)
Pressebericht (3KB)Pressebericht (3 KB)


BRÜCKEN VERBINDEN

Das weiß jedes Kind. Aber stell Dir vor es gibt keine mehr. So wie im weitgehend zerstörten Jugoslawien. Nicht nur Milosevics Militär, wie immer behauptet, vor allem die zivile Infrastruktur wurde von der Nato systematisch bombardiert. Die Nervenzentren der Wirtschaft, das Verkehrsnetz sowie die Energieversorgung mit der Folge tausender Opfer sind zerstört. 500000 Menschen sind arbeitslos oder wissen nicht wie sie zur Arbeit kommen sollen, weil u.a. die Brücken nicht mehr funktionsfähig sind. Hinzu kommen dramatische Umweltschäden, deren ganzes Ausmaß noch gar nicht absehbar sind (z.B. Dioxinbelastung der Luft).

Wir fordern von der NATO und unserer Bundesregierung:

Finanzielle Aufbauhilfe für zivile Projekte ohne Vorbedingungen - nicht nur im Kosovo!

Friedensinitiative Waiblingen
Brückenkundgebung am Mi, 30.6.99 auf der Remsbrücke
Treff: 17.15 Uhr, Hallenbadparkplatz

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Dialog von unten statt Bomben von oben!

Unter diesem Motto waren zehn „Gewerkschafter/Innen gegen den Krieg" aus IG Medien, GEW und IG Metall vom 23.bis 28. Mai in Jugoslawien unterwegs. Zu den 10 gehörten Rolf Becker und Eckart Spoo, die einen Tagesbericht aus Jugoslawien" verfaßten.

Hier nur ein kleiner Auszug:

23/24 Mai:

..Beim Übersetzen über die Donau, auf dem Weg zum Fernsehsender und den Fernsehstudios, erhalten wir einen Eindruck von den zerbombten Brücken. Die Donau ist hier 700 Meter breit. Unter der zerbombten „Freiheitsbrücke" verlief die Hauptwasserleitung, durch die Novi Sads südliche Stadtteile mit Trinkwasser versorgt wurden. Eine Folge ihrer Zerstörung ist, daß das über Jugoslawien hinaus bekannte herzchirurgische Zentrum von Novi Sad seine Arbeit einstellen mußte.

Die „Freiheitsbrücke" war nach dem Sieg über die deutsche Wehrmacht gebaut worden, die 1941 die alte Brücke zerbombt hatte, deren gemauerte Pfeiler heute noch wenige hundert Meter entfernt aus dem Wasser ragen. ...

27/28 Mai, Auch die Fähren gibt es nun nicht mehr:

Am vorletzten Tag unserer Reise sehen wir in Belgrad immer neue Zerstörungen, hören immer mehr Flugzeuge und Detonationen. Wir erfahren in Gesprächen mit vielen Menschen, wie der Krieg das ganze Volk in seinen Würgegriff nimmt.

Tomislav Banovic, der Vorsitzende des serbischen Gewerkschaftsbundes sagt, die materiellen Schäden nach 64 Tagen Nato-Bombardement seien bereits größer als alle Zerstörungen während des zweiten Weltkrieges in Jugoslawien. ...

.. Auf der Rückfahrt passieren wir noch einmal Novi Sad, wo wir am ersten Tag unserer Reise die zerstörten Donaubrücken gesehen hatten. In der letzten Nacht sind auch die Anlegestellen der Fährboote, mit denen die Verbindung zwischen den Stadtteilen an beiden Ufern mühsam aufrechterhalten wurde, zerbombt worden. ...

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Waiblinger Brückenbesetzung 30.6.99 Anne Rieger, Waiblinger Friedensinitiative

2. Bevollmächtigte IG Metall Waiblingen

Es gilt das gesprochene Wort

Liebe Friedensfreundinnen und Freunde,
liebe Waiblinger Bürgerinnen und Bürger,

wir besetzen heute hier die Waiblinger Remsbrücke. Damit wollen wir ein Zeichen setzen für schnelle Wiederaufbauhilfe für ganz Jugoslawien.

Wer zerstört ist auch verantwortlich für den Wiederaufbau.
Wir fordern von der Bundesregierung: geben sie schnell, unbürokratisch und ohne Vorbedingungen Hilfe für den Wiederaufbau in Jugoslawien.

Mit der Brückenbesetzung demonstrieren wir auch gegen die NATO-Bombardierung von Jugoslawien - gegen die monströsen Zerstörungen in der gesamten Region.
Dieser Krieg ist nicht in unserem Namen geführt worden keinesfalls hatte er unsere Zustimmung

Wir machen die Bundesregierung genauso wie die Regierungen der anderen 18 NATO-Staaten für die unmenschlichen Zerstörungen verantwortlich:

Brücken waren ein vorrangiges Ziel der NATO-Strategen und ihrer Bomber.

BRÜCKEN VERBINDEN
Das weiß jedes Kind.

Stellen wir uns vor, es gibt keine mehr. So wie im verwüsteten Jugoslawien.
In der Stadt Novi Sad gibt es seit dem 22. April 1999 keine einzige Brücke mehr über die Donau 50 Brücken sind insgesamt in Jugoslawien zerbombt worden Die Donau ist nicht mehr schiffbar, seit dem 2. April ist die Hauptfrachtroute zum Schwarzen Meer blockiert

Stellen wir uns vor, hier bei uns in Waiblingen wären alle Brücken über die Rems zerstört.

Diese Bücke hier, die Brücke zur Altstadt, die Brücke vor dem Abzweig nach Neustadt, und alle weiteren Brücken und die Brücken über den Neckar dazu

Wie würden wir zu unserer Arbeit kommen, wie zu unseren Freunden und Familien?
Und die Kosten – wer sollte sie bezahlen?
Die Renovierung dieser Remsbrücke hier auf der wir stehen hat 17 Millionen DM gekostet.

17 Mio DM für einen einzige Brücke, und sie war nicht zerstört - es war nur einen Renovierung Was wird der Wiederaufbau in Jugoslawien kosten? 740 Milliarden DM ist die weitestgehende Schätzung aus amerikanischen Kreisen

Vermutlich ist sie nicht übertrieben..

Denn die gesamte zivile Infrastruktur wurde von der NATO systematisch zerbombt.

Die Nervenzentren der Wirtschaft, das Verkehrsnetz, die Energieversorgung sind zerstört.. 500 000 Menschen sind arbeitslos oder wissen nicht wie sie zur Arbeit kommen sollen, weil die Brücken und Straßen nicht mehr funktionsfähig sind

Hinzu kommen dramatische Umweltschäden, deren ganzes Ausmaß noch gar nicht absehbar sind wie z. B. die Dioxinbelastung der Luft, oder der 15 Km lange Ölteppich auf der Donau.

Wir fordern von der NATO und unserer Bundesregierung:
Geben Sie finanzielle Aufbauhilfe für zivile Projekte ohne Vorbedingungen -
für das Kosovo und ganz Jugoslawien - für die gesamte Region.

Wer zerstört ist verantwortlich für den Wiederaufbau!

Das Geld, das dazu nötig ist muß bei denen geholt werden, die es haben

  • bei den Reichen mit der Wiedereinführung einer Vermögenssteuer
  • Bei den Spekulanten mit einer Mehrwertsteuer auf Finanzgeschäfte
  • Bei der Kürzung des Bundeswehrbeschaffungsprogramms:

Wir brauchen kein großes Transportflugzeug und kein Satellitenkommunikationssystem. Beides kostet Milliarden und dient nur einen Zweck: Die Vorbereitung eines neuen Krieges

Wir fordern:

  • Aufbauhilfe statt Aufrüstung
  • Keine Vorbedingungen für Jugoslawien

Die Menschen - nicht die Regierung - brauchen Brücken, Gas und Wasserversorgungen, Telefonleitungen und Fernsehsender.

Wir unterstützen UN-Generalsekretär Kofi Annan

Er hat gefordert, Jugoslawien auf jeden Fall beim Wiederaufbau zu helfen, ob Slobodan Milosevic Staatspräsident bleibt oder nicht. Annan erklärte: "Wir haben gesagt, daß wir nicht gegen das jugoslawische Volk kämpfen".

Wir müssen sicherstellen, daß die Serben, nicht zweimal bestraft werden."

Zum Abschluß will ich zitieren aus einem Tagesbericht "Gewerkschafter/Innen von unten", die in Jugoslawien vor Ort waren:

13./24. Mai: "Beim Übersetzen über die Donau, auf dem Weg zum Fernsehsender und den Fernsehstudios, erhalten wir einen Eindruck von den zerbombten Brücken. Die Donau ist hier 700 Meter breit. Unter der zerbombten "Freiheitsbrücke" verlief die Hauptwasserleitung, durch die Novi Sads südliche Stadtteile mit Trinkwasser versorgt wurden. Eine Folge ihrer Zerstörung ist, daß das über Jugoslawien hinaus bekannte herzchirurgische Zentrum von Novi Sad seine Arbeit einstellen mußte.
Die "Freiheitsbrücke" war nach dem Sieg über die deutsche Wehrmacht gebaut
worden, die 1941 die alte Brücke zerbombt hatte, deren gemauerte Pfeiler heute
noch wenige hundert Meter entfernt aus dem Wasser ragen"

Soweit der Bericht.

Krieg wird von Menschen gemacht – Frieden auch

Wir wollen Frieden – Wir wollen Brücken statt Bomben – Brücken verbinden

Wir müssen allen jugoslawischen Menschen helfen


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Letzte Änderung: 17.03.04